E156 - Eike Rojahn über Positionierung und Markenbildung im KI-Zeitalter
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Über den Gast Eike Rojahn ist kreativer Markenstratege mit über 30 Jahren Erfahrung in Marketing und Kommunikation. Er war u. a. Creative Planning Director bei Ogilvy Düsseldorf und ist heute selbstständig sowie Strategist in Residence bei Human Unlimited, einer Purpose-Beratung aus Düsseldorf.
Warum Positionierung scheitert Eike nennt drei Hauptgründe: Marke wird vom Unternehmen getrennt und als reine Marketingmaßnahme behandelt. Es fehlt echte Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb. Und selbst wenn Differenzierung vorhanden ist, fehlt oft die konsequente Wiedererkennbarkeit - die sogenannte Distinctiveness.
Marke vs. Werbung „Werbung will verkaufen, Markenstrategie will eher verführen."
Die Analogie: Das Gasthaus versucht, jedem Gast gerecht zu werden. Das Wirtshaus sagt, was es gibt - und wird genau dafür bekannt. Eike beschreibt das als Mental Availability: die Marke muss sofort abrufbar sein, bevor der Bedarf überhaupt entsteht.
Grundlagen starker Positionierung
- Dreiklang: Purpose, Vision, Mission - aus der eigenen DNA heraus entwickelt
- Empathy Map: nicht nur Bedarf, sondern echte Bedürfnisse der Zielgruppe verstehen
- Eigenwahrnehmung vs. Fremdwahrnehmung: nur wer beides kennt, kann glaubwürdig positionieren
- KI in der Kreativbranche
Eike warnt vor dem Skalieren von Irrelevanz: Wenn KI ohne klaren Purpose eingesetzt wird, entsteht generischer Content, der nicht unterscheidbar ist. Sein Punkt zur Produktivität: KI macht aus einfachen Aufgaben oft Wissenschaften - und erzeugt Arbeit, die es vorher gar nicht gab.
Sinnvoll nutzt Eike KI für den „ersten Jam" zu Beginn eines Projekts: Suchfelder identifizieren, ohne Scheuklappen. Dafür hat er einen eigenen Future Beliefs Agenten trainiert, der anhand von Branche, Betrachtungsebene und Zeitraum relevante Zukunftsfelder markiert.
Abschlussformel für Marken Können + Charakter + Kontinuität - Qualität muss da sein, aber erst der Charakter macht eine Marke unterscheidbar. Und: Dranbleiben lohnt sich. Wer bei jeder Führungswechsel das Branding neu erfindet, zerstört aufgebautes Vertrauen ohne Not.
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